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Autor:Lisa Heathfield
Übersetzung:Birgit Schmitz
Genre: Contemporary, Jugendbuch
Preis: € 16,99 [D]
Einband: Hardcover
erschienen: 22. Dezember 2016
Seitenanzahl: 320
Meine Wertung: 4,0 Huftiere
Reihe: nein
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Verlag: Carlsen

Eine kleine Gemeinschaft, abgeschottet von der Welt. Hier ist Pearl aufgewachsen und hier fühlt sie sich sicher, denn ihr Oberhaupt Papa S. beschützt sie alle vor der vergifteten Welt da draußen. Doch als sich der gleichaltrige Ellis und seine Familie ihrer Gemeinschaft anschließen, wird Pearls Weltbild auf die Probe gestellt: Ellis wächst Pearl täglich mehr ans Herz – und er scheint nicht an die Lehren von Papa S. zu glauben! Langsam wird auch Pearl klar, dass sie fliehen müssen, um sich zu retten …

 

 

Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht, so sprachlos und auch so neugierig.

Die 15 jährige Pearl lebt in einer Art autarken Kommune. Sie wurde dort geboren und kennt nur das Leben in der kleinen Gemeinschaft. Anführer der Gruppe ist Papa S., er sagt ihnen wo es langgeht und dient gleichermaßen als Sprachrohr für „Mutter Natur“.

Die Geschichte beginnt damit, dass Pearl panische Angst hat und glaubt, dass sie sterben muss weil sie „aus dem Bauch blutet“ – so unvorstellbar es ist, aber die 15 jährige wurde überhaupt nicht aufgeklärt und deshalb ist sie mit ihrer eintretenden Monatsblutung völlig überfordert. Das Ritual der Gruppe besagt, dass die Mädchen in der Nacht ihrer ersten Blutung in eine dunkle Höhle eingesperrt werden müssen um richtig zur Frau zu werden. Niemand stellt dieses zweifelhafte Vorgehen in Frage, alle Bewohner beten Papa S. und seine Vorschriften an und folgen ihm blind und voller Vertrauen.

Es gab unglaublich viele Momente wo ich wirklich sprachlos war und fassungslos, wie naiv jemand sein kann, aber Pearl konnte ja nichtmal etwas dafür sie hat nie etwas anderes als „Saat“ kennengelernt.

Ihr Vertrauen und ihre Sicherheit geraten jäh ins Wanken, als Papa S. eine Ausnahme macht und Linda mit ihren beiden Kindern Sophie und Ellis in die Kommune aufnimmt, die bis dahin keinen Kontakt zu den „Draußenmenschen“ hatte.

Während die kleine Sophie und ihre Mutter sehr schnell mit den Gepflogenheiten von Saat klarkommen, tut sich der 15 jährige Ellis sehr schwer die neuen Regeln zu akzeptieren und anzuerkennen. Er ist sehr skeptisch und nimmt nicht alles klanglos hin was Papa S. ihm erzählen möchte. Er schafft es erste Zweifel in Pearls Überzeugung zu sähen und langsam beginnt Pearl zu verstehen, dass hinter den Mauern von Saat eigentlich nix so ist wie Papa S. immer gesagt hat, im Gegenteil – nicht draussen lauert das Böse sondern direkt IN Saat und sie sieht nur noch einen Ausweg, sie muss da raus!

Ich mochte die Entwicklung die Pearl im Laufe der Geschichte durchlebt hat und nehme der Autorin die Story ab. Nichts war so abstrus es war wirklich überzogen, ich bin fest davon überzeugt, dass es solche Kommunen wirklich gibt.

Trotzdem war es teilweise echt schmerzhaft zu lesen was die armen Menschen dort durchmachen mussten und vor allem dass es für sie völlig normal war. Am Anfang wollte ich Pearl nur schütteln und sie anbrüllen, dass sie doch endlich mal aufwachen soll, am Ende hätte ich sie gerne einfach nur in den Arm genommen.

 

 

eigentlich verdient die Story 4,5 Hufies aber ich zersäge ja nicht, also bleibt es bei 4en. Ich habe wirklich selten mit einer Protagonisten so mitgelitten wie mit ihr bzw ihrer ganzen Gruppe. Eine Geschichte die einen dankbar zurücklässt, dass man in einer zivilisierten Welt aufwachsen durfte und die sprachlos macht. Die gleichzeitig auch unsagbar neugierig macht, weil man einfach wissen MUSS wie es weitergeht!

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