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#36/2017 [Rezi] Sebastian Fitzek – Achtnacht

Autor: Sebastian Fitzek
Übersetzung: –
Genre: (Psycho)Thriller
Preis: € 9,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 14.03.2017
Seiten: 416
Meine Wertung: 4,5 Huftiere
Reihe: nein

Verlag: Droemer Knaur

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

nachdem ich unlängst Flugangst inhaliert habe musste sofort ein weiterer Fitzek her. Die onleihe meines Vertrauens hatte diesen zum Glück vorrätig. Die Meinungen gehen sehr weit auseinander, was liegt da näher, als sich selbst ein Urteil zu bilden.

Der Musiker Ben Rühmann macht sich schwere Vorwürfe. Er ist nicht nur Schuld an dem Verkehrsunfall bei dem seine Tochter Jule vor einigen Jahren beide Beine verloren hat und im Rollstuhl sitzt, er fühlt sich auch noch für ihren Selbstmordversuch verantwortlich.

Doch ihm bleibt nicht viel Zeit darüber nachzudenken, denn er wird in die Geschehnisse um die Achtnacht gerissen. Rein zufällig bekommt er durch eine Nachrichtensendung mit, dass sein Foto und sein Name ausgestrahlt werden. In dem Zusammenhang wird von der sogenannten Achtnacht gesprochen. Ein perfides „Spiel“ wo Menschen sich gegenseitig auf einer Homepage nominieren und „zum Abschuss“ freigeben können. Einmal im Jahr am 8.8. um 8 Uhr 8 wird die Jagd dann auf diese Person für 12 Stunden eröffnet.

Ben hält das ganze für einen schlechten Scherz, muss aber leider sehr schnell feststellen, dass seine Mitmenschen das ausgelobte Preisgeld von 10 Mio Euro ausgesprochen ernst nehmen. Er befindet sich fortan auf der Flucht, und erhält mittendrin Anweisungen von einem Unbekannten der vorgibt, seine Tochter Jule mit einem unbekannten Gift infiziert zu haben und sie sterben zu lassen, wenn Ben nicht die abstrusen Aufgaben erfüllt, die er ihm stellt.

Am Anfang hatte ich Probleme reinzukommen, die Story plätscherte so vor sich hin und ich habe mich immer gefragt wann denn endlich was mit der Achtnacht kommt, aber dann gings auf einmal ganz schnell und es kam Fahrt auf.

Ben war durchweg sympathisch und authentisch. Eine gescheiterte Persönlichkeit die im Grunde vor den Scherben ihres Lebens steht und sich selbst Vorwürfe macht. Trotz allem kämpft er und wächst am Ende über sich hinaus, weil es um seine Tochter geht die er über alles liebt.

Das Ende wird in vielen Rezensionen als klischeehaft und unglaubwürdig, gar konstruiert beschrieben. Das kann ich nicht nachvollziehen. Für mich war alles stimmig und nicht wie in manch anderen Büchern von ihm scheinbar wahllos zusammengesetzt. Ich habe so manche Wendung gehabt und für war es nicht vorhersehbar. (ich weiss bei vielen anderen ist es anders – ich blicke komischerweise immer selten etwas vorher – umso mehr habe ich vom Buch, weil ich aus allen Wolken falle dann)

Für mich eine spannende Story mit tollen Protagonisten und einem erschreckenden Thema. Ich bin mir sicher, dass es dieses und ähnliche Szenerien im Darknet schon gibt.

4 Hufies (eigentlich 4,5 aber ich hab kein halbes) aufgrund der anfänglichen Schwierigkeiten, aber verdiente 4 für eine runde Story mit einer klaren Empfehlung – die Fiktion ist näher als ihr vermutet!

#33/2017 [Rezi] Daverick Leggett – Selbstheilung durch Ernährung

Autor: Daverick Leggett
Übersetzung: Erika Ifang
Genre: Sachbuch, Selbsthilfe
Preis: € 9,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 04.03.2011
Seiten: 448
Meine Wertung: 4 Huftiere
Reihe: nein

Verlag: Goldmann

Fundierte Einführung in die Theorie der chinesischen Ernährungslehre mit exquisiten Rezepten

Daverick Leggett stellt die Grundprinzipien der Ernährungslehre nach der traditionellen chinesischen Medizin vor, mit deren Hilfe wir die Energien in unserem Körper harmonisieren können. Eine Vielzahl leckerer Rezepte, begleitet von Energieanalysen, helfen, das Yin und Yang der Ernährung in den Alltag zu integrieren. Ein geniales Handbuch der Koch- und Lebenskunst.

Ich bin ein großer Fan der Chinesischen Heilkunde – schon längst ist auch in den westlichen Regionen bekannt geworden, dass es nicht nur Humbug ist sondern die traditionellen Methoden die seit Jahrhunderten übermittelt wurden wirklich Hand und Fuß haben. Schon lange bin ich selbst ein Gegner davon körperliche Beschwerden mit starken Medikamenten zu bombardieren. Ich versuche seit Jahren die Menge an Tabletten möglichst gering zu halten. 
Hier greift die TCM und Daverick Legget hat im vorliegenden Buch eine Brücke gebaut und Chinas Lehren zu uns in den Westen geholt. Er beginnt mit den Zusammenhänge im menschlichen Körper aus Sicht der Chinesischen Medizin und zeigt die Unterschiede zur Schulmedizin. Das wichtigste Grundprinzip ist, dass es niemals eine einzige losgelöste Ursache gibt, die man bekämpft, sondern der Körper und Geist wird als Einheit betrachtet. Es gibt keine Heilung wenn man nicht auf allen Ebenen arbeitet. 
So sagt er zb, dass eine ausgewogene Ernährung auf der Kombination der verzehrten Nahrungsmittel, der Art ihrer Zubereitung, und der Gedanken des Essers selbst beruht. (siehe Seite 10) 
Die Energie die wir während des Kochens und auch Essens aussenden, beeinflusst also die Art und Weise wie die Mahlzeit von unserem Körper aufgenommen wird. Ich selbst neige dazu alles schnell fertig haben zu wollen (ich koche nicht soo gerne muss ich zugeben) dieser Punkt macht mich sehr nachdenklich und ich werde daran arbeiten, das Essen in Ruhe und respektvoll zu verarbeiten. 
In der TCM gibt es Wetterähnliche Begriffe, die den Körper heimsuchen. (Wind, Nässe, Wärme und Kälte) über Jahrhunderte haben sich diese Begriffe entwickelt und zeigen so etwas was durch die Beobachtung der Natur entstanden ist. Daverick Leggett erklärt im Verlauf des Buches sehr genau, welche Organe wie betroffen sein können und der anschliessende Rezeptteil baut dann auf diese Begriffe auf. bei jedem Rezept steht bei welchen Teil es hauptsächlich unterstützt und wie die Zutaten wirken sollen. 
Ich habe leider einige Allergien und Unverträglichkeiten und deshalb fallen sehr viele Rezepte aufgrund ihrer Zutaten für mich weg, aber ich habe mich an einem Linsen Dal versucht, was ich euch nicht vorenthalten möchte. 
Trotz der für den westlichen Gaumen ungewohnten Gewürzkombinationen bin ich sehr angetan davon! Schmeckt wirklich sehr lecker und war sehr einfach nachzukochen. 
Überrascht hat mich allerdings die Menge an Gewürzen die hineinkommt – ich war da wohl immer etwas zu zögerlich bisher. 
Ein sehr interessantes und logisch aufgebautes Buch, was ich jedem empfehlen kann der sich für die traditionelle Chinesische Heilkunde interessiert. Die Rezepte sind vielfältig und interessant – es gibt Suppen, Salate, Getreide und Fleisch Gerichte und im Anhang das wichtigste eine Nahrungsmittelübersicht wo man anschauen kann, welches Nahrungsmittel wofür gedacht ist. 

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Bloggerportal und den Goldmann Verlag .

(unnötig zu erwähnen, dass diese Rezension natürlich trotzdem zu 100% meine eigene Meinung widerspiegelt)

#26/2017 [Rezi] Tania Carver – Du sollst nicht leben

 

Autor: Tania Carver
Übersetzung: Sybille Uplegger
Genre: Thriller
Preis: € 8,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 24. Juli 2017
Seiten: 464
Meine Wertung: 4,0 Huftiere
Reihe: Teil 6 Marina-Esposito

Detective Phil Brennan wird zu einem grausigen Tatort gerufen. Eine Mutter und ihr Baby wurden vor den Augen des Kindsvaters mit einer Armbrust erschossen. Dieser hatte die Wahl: entweder mit seinem eigenen Leben oder dem seiner Familie den Unfalltod zweier Menschen zu büßen. Er wählte seine Familie. Ausgerechnet diesmal ist Phil Brennan auf sich allein gestellt. Denn seine Ehefrau, Polizeiprofilerin Marina Esposito, muss sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen.

Dieser Band ist der mittlerweile 6te aus der Reihe um das Ermittlerpaar Marina und Phil. Diesmal ermitteln beide an unterschiedlichen Schauplätzen und der Leser darf beide immer abwechselnd begleiten. Während Phil einen grausamen Schauplatz vorfindet wo eine Frau und ihr Baby mit einer einer Armbrust vor den Augen ihres Mannes getötet wurden, hat Marina es mit einer Verrückten zu tun die sich in einer Nervenheilanstalt als eine Tote ausgibt um wie sie sagt „Forschungen anzustellen“
Phil erfährt sehr schnell, dass Darren vom selbsternannten „Rechtsprecher“ – der es als seine Aufgabe ansieht Menschen die Unrecht getan haben aber ohne Bestrafung davon gekommen sind zu bestrafen – vor die Wahl gestellt wurde entweder selbst zu sterben oder das Leben seiner Familie zu opfern und selbst am Leben zu bleiben. Er entschied sich dafür selbst leben zu dürfen und wurde so Zeuge des grausamen Mordes.
Der Rechtsprecher nimmt nach der Tat telefonischen Kontakt zu Phil auf und erklärt sich und glaubt Phil auf seiner Seite – habe er ihn doch im TV gesehen, leger und locker in Jeans und Karohemd – ganz anders als seine „steifen“ Kollegen.
Es beginnt eine Jagd auf beiden Seiten und wir dürfen Marina und Phil in ihre Vergangenheit begleiten.
Ich habe mich sehr gefreut einen weiteren Band der liebgewonnen Reihe zu lesen. Marina und Phil sind mir ans Herz gewachsen und ich mag ihren Stil und ihre Beziehung zu einander.
Die Story beginnt wahnsinnig mit Herzschlagmomenten, als Darren sich tatsächlich entschieden hat selbst zu leben ist mir fast das Herz stehen geblieben. Es war öfters so (wie wir es von den Autoren kennen), dass man kurz innehalten muss um Luftzuholen.
Trotzdem fand ich, dass dieser Band ein paar Längen in der Mitte hatte und ich fand die Ermittlungen die Marina zu tun hatte etwas langatmig und langweilig. Lieber hätte ich etwas von Phil gelesen aber ich glaube das war Absicht um ein wenig das Tempo aus der Story zu nehmen. Was auch super funktioniert hat.
Ab ca 2/3 ging es dann wieder richtig los und es kam wieder Fahrt auf. Von dem Moment an war ich dann total gefangen in der Story und konnte das Buch nicht mehr weglegen. Obwohl man recht früh wusste wer der Täter ist und einige Wendungen auch erahnen konnte fand ich es spannend und habe (von den mittleren Längen abgesehen) die Lektüre sehr genossen!
Das Ende bleibt einerseits offen und lässt Raum für weitere Teile und ist auch als Fall ansich wieder abgeschlossen.
Kurzweilige Unterhaltung die einen mitunter schockiert mit rasendem Herzen zurücklässt. Trotz einiger Längen eine klare Leseempfehlung von mir. Wer die Reihe nicht kennt,dem empfehle ich mit dem Band „Entrissen“ anzufangen, weil die Entwicklung von Marina und Phil sich in jedem Band weiterentwickelt und es schade wäre wenn man die verpasst.

#22/ 2017 [Rezi] J.A. Konrath – Das Angstexperiment

Autoimmun-Ernaehrung von Claudia Lenz
Autor: J.A. Konrath
Übersetzung: Kerstin Fricke 
Genre: Horror, Thriller
Preis: € 4,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 06. Juni 2017
Seitenanzahl: 322
Meine Wertung: 4,0 Huftiere 
Reihe: nein

Verlag: AmazonCrossing
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Besiege deine Angst. Oder stirb.

Eine Million Dollar: So viel bekommt jeder von ihnen, wenn er eine einzige Nacht in dem Butler-Haus überlebt, diesem Ort des Schreckens. Unvorstellbar sadistische Morde wurden hier begangen, seitdem soll etwas Böses in dem alten Gemäuer spuken. Für die acht Testpersonen kein Problem, glauben sie: Sie haben gelernt, sich zu verteidigen.Das Experiment beginnt – und das Grauen erwacht. Etwas greift sie an, nimmt sie gefangen, weckt in ihnen Angst jenseits aller Vorstellungskraft. Aber sind es wirklich Geister, die ihren Tod wollen? Oder ist es etwas Reales? Sie haben nur zwei Möglichkeiten, um der Panik und dem Schmerz zu entkommen: möglichst schnell zu sterben. Oder zu kämpfen …..

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Dieses war mein erster Roman von J.A. Konrath – dabei hatte schon lange vor die Jack Killborn Reihe einmal zu beginnen, aber irgendwie ist es immer wieder nach hinten gerutscht. Dieser Band ist nicht wirklich Reihen zugehörig, sondern vereint wohl die Protagonisten aus seinen vorherigen Büchern in einer komplett neuen Story. Da man diese Geschichte laut Verlag lesen kann ohne die anderen vorher gelesen zu haben bin ich hier direkt eingestiegen.

Und das ist J.A. Konrath auch und zwar schon bei 2% wir werden brutal in die Geschichte geworfen die ekelhaft und widerlich beginnt und den Leser total geschockt zurücklässt. Da kam sie die unvermeintliche Frage: „Ist es das was ich von diesem Autor erwarten kann? Splatter und blutrünstiger Horror? Kurz habe ich an mir gezweifelt aber dann mutig weitergelesen und ich bin froh dass ichs gemacht habe!

Nach ein paar wenigen ekligen Seiten lernen wir die Hauptcharaktere kennen, derer gibt es sehr viele und J.A. Konrath schreibt immer abwechselnd von ihnen. Alle haben eins gemeinsam, sie haben Schlimmes in ihrer Vergangenheit durchlitten und werden täglich von Panikattacken und Ängsten heimgesucht. Sie alle haben eine Einladung zu einer Versuchsreihe bekommen, indem es darum geht in einem Haus mit einer furchtbar brutalen Vergangenheit, in dem es zudem noch spuken soll, eine einzige Nacht zu überleben. Der, der es schafft soll mit 1 Million Dollar belohnt werden.

Anfänglich sind nicht alle sicher ob sie sich darauf einlassen sollen, aber wenn es nicht die Gier nach dem Geld ist, dann die Möglichkeit sich endlich mal seinen Ängsten zu stellen und so den Kreislauf evtl durchbrechen zu können. Nach und nach bröckeln die Gegenargumente und die Gruppe entscheidet sich FÜR den Versuch und trifft das erste Mal aufeinander.

Die total unterschiedlichen Charaktere geben der Geschichte noch einmal die richtige Würze und im Grunde ist diese Geschichte wirklich eine tolle Werbung für seine anderen Romane MICH hat er auf jeden Fall sehr neugierig gemacht!

Nachdem die Personen alle im Butler Haus eingetroffen sind nimmt die Story dann auch ziemlich Fahrt auf. Die ersten seltsamen Dinge geschehen und der Doktor, der das ganze Expriment überwacht stellt sich und sein Vorhaben vor. Es wird hier wieder blutig und es gibt Gemetzel und natürlich bleibt auch die Spannung nicht auf der Strecke. Und vorallem endet alles GANZ anders als ich es vermutet habe!

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Trotz vieler Charaktere nicht undurchsichtig oder verwirrend. Sehr authentisch und eine spannende Story um ein mystisches, gruseliges Haus! Unerwartet Wendungen und unerwartetes Ende! Klare Empfehlung von mir, wenn ihr Spannung mögt und auch etwas blutiges lesen könnt.

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Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an das Netgalley und den AmazonCrossing Verlag .

(unnötig zu erwähnen, dass diese Rezension natürlich trotzdem zu 100% meine eigene Meinung widerspiegelt)
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#20/2017 [Rezi] Bernhard Aichner – Totenhaus (Teil 2 von 3)

Autoimmun-Ernaehrung von Claudia Lenz
Autor: Bernhard Aichner 
Sprecher: Wolfram Koch 
Genre: Thriller
Preis: € 8,95 [D]
Einband: mp3 CD
erschienen: 17. August 2015
Spieldauer: 7 Stunden 59 Minuten
Meine Wertung: 4,0 Huftiere 
                          Reihe: ja Teil 2 von 3

                          Verlag: Der Hörverlag (Randomhouse)

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Die Rückkehr der Totenfrau

Ein seit zwanzig Jahren leerstehendes Hotel. Eine Mörderin auf der Flucht. Eine liebevolle Mutter, die ihre Kinder zurücklassen muss. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umgebracht hat, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin Blum, die die Verstorbenen damals eingebettet hat. Doch sie ist wie vom Erdboden verschluckt …

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Diese Story ist der 2te Teil der Brünhilde Blum Reihe und kann (und WIRD) deshalb sicherlich Spoiler zum ersten Teil enthalten, wer die Reihe selbst verfolgen möchte sollte die Rezi nicht lesen!

Der Zuhörer wird jäh in die Story geworfen indem er hören darf, dass Blum stirbt! Ein ganz fieser Cliffhanger ganz am Anfang des Buches der einen bis zum Ende hin schockiert zurücklässt.

Danach wird alles von Anfang an erzählt, Blum ist mit ihren Kindern im Urlaub in Griechenland und genießt die Ruhe und Abgeschiedenheit. Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei, denn sie fällt fast vom Glauben ab, als sie in einer Zeitschrift eine Plastik der Leiche einer Frau auf einem toten Zebra sitzen sieht, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Wer ist sie gewesen? Warum schaut sie GENAU aus wie Blum?! Soll das etwa ein schlechter Scherz sein?

Sie spürt, dass sie das Thema verfolgen muss und bricht ihren Urlaub abrupt ab und reist nach Wien um sich das „Ausstellungsstück“ selbst anzusehen. Noch während sie in Wien tiefer in ihre eigene Geschichte reinrutscht als ihr lieb ist, wird in Innsbruck die erste Leiche exhumiert und die von ihr achtsam versteckten Leichenteile fallen auf und werfen sofort den Verdacht auf sie.

Sie muss flüchten und weiss schnell nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist und wem sie überhaupt noch trauen kann.

Das Ende kommt sehr unerwartet und überhaupt habe ich mich oft sehr erschreckt ob der Grausamkeit und der Wendungen der Geschichte.

Der Stil ist wie schon im ersten Teil sehr aussergewöhnlich, Aichner spielt mit Worten und ist kein Mensch der wortreichen Umschreibungen. Der Schreibstil ist kurz und prägnant, viele Sätze bestehen nur aus einem einzigen Wort. Das ist am Anfang ziemlich nervig und erscheint wie eine Auflistung, aber sobald man in der Story drin ist, wird es entweder weniger oder man merkt es einfach nicht mehr.

Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass der 2te Teil einen anderen Sprecher hat. Ich fand Christian Berkel aus dem ersten Teil leider absolut nicht überzeugend. Ganz anders als Wolfram Koch! Er brilliert mit einer sehr angenehmen Stimme, schafft es den sehr schwierigen Schreibstil flüssig und authentisch rüberzubringen und haucht den Charakteren durch unterschiedliche Stimmlagen wirklich Leben ein!

Entgegen der vielen schlechten Kritiken zu diesem Teil kann ich die Meinung NICHT teilen. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und finde, dass sich dieser Teil auf keinen Fall hinter dem ersten verstecken muss. Mindestens genauso bizarr, spannend und unterhaltsam mit einem deutlich besseren Sprecher!

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8 Stunden, die wie im Fluge umgegangen sind. Klare Hörempfehlung von mir, mit dem Hinweis, dass der geneigte Hörer an manchen Stellen hartgesotten sein muss, dann manches ist ziemlich schrecklich eklig, aber dafür wird er mit einem perfiden Thriller und einer furchtlosen Blum belohnt. Spannung von vorn bis hinten!

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Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an das Bloggerportalund den Hörverlag .

(unnötig zu erwähnen, dass diese Rezension natürlich trotzdem zu 100% meine eigene Meinung widerspiegelt)
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#12/ 2017 Matteo Corradini – Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge

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Autor: Matteo Corradini
Übersetzung:  Ingrid Ickler
Genre: Jugendbuch, Geschichte + Politik
Preis: € 7,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 10.April 2017
Seitenanzahl: 289
Meine Wertung: 4,0 Huftiere 
Reihe: nein
Verlag: cbj Leseprobe: klick


Nach einer wahren Geschichte…

Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte.

Matteo Corradini bringt dem Leser auf berührende Weise das Schicksal dieser Kinder nahe.

Wie bewertet man ein Buch, welches auf dem Leben von einem oder mehreren Menschen basiert? Was bewertet man? Das geschriebene Wort oder eher doch das Leben dieser Person? Kann man überhaupt objektiv bleiben bei Lebensgeschichten?  Ich tue mich sehr schwer mit dieser Rezension, aber ich möchte versuchen meine Meinung zu Papier (bzw Bildschirm) zu bringen.
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Matteo Corradini hat es schon in seinem Vorwort geschafft, mich zu Tränen zu Rühren. Natürlich kennt jeder Deutsche die Geschichte und die Vergangenheit die unserer Nation anhängt, aber es wieder direkt vor Augen geführt zu bekommen ist noch einmal etwas anderes. Zu wissen, dass das was nun folgt auf wahren Begebenheiten beruht hinterlässt einen dicken Kloß im Hals, weil man ja WEISS was kommt.
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Trotzdem wollte ich das Buch lesen, ich kann mich vor der Vergangenheit nicht verschliessen (das sollte niemand) und ich finde es gut, dass die Geschichte erzählt wurde, dass die 8 Jungen eine Stimme bekommen haben und nicht einfach in Vergessenheit geraten.
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Es ist kein Roman im eigentlichen Sinne, auch wenn es so gedacht ist. Wir sehen immer ein Datum und dann lesen wir im Romanstil was 8 Jugendliche – genannt die Redaktion – in ihrer geheimen Zeitung „Vedem“ über das Leben in Theresienstadt berichten, über die Nazis, über die schrecklichen Zustände, über die sinnlosen Morde und die Foltern.
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Die Daten sind zwar fortlaufend über einen Zeitraum von 2 Jahren aber trotzdem greifen die einzelnen Kapitel nicht direkt in einander über, es ist eher so, dass wir immer Einblick in einen bestimmten Tag bekommen.
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Die Geschichte hat mich sehr getroffen und mitgenommen. Das Ende (wir alle wissen dass so ein Buch kein happy End hat – ich glaube damit spoilere ich nun nicht wenn ich das schreibe!) hat mich trotzdem mit voller Härte erwischt und weinend zurückgelassen. Ich fühle mich nun leer, ausgesaugt und total am Ende. Trotzdem fand ich die Geschichte toll, wenn man das denn so sagen darf. Matteo Corradini hat es geschafft eine sehr realistische Atmosphäre zu schaffen, den Leser zu entführen und ein Teil dieser Jungs zu sein.
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Ich hätte zu gern ein Bild einer Zeitungsseite gesehen um mir einen Eindruck zu machen mit was für einem Ausgangsmaterial er arbeiten musste.
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Einen Kritikpunkt habe ich aber, deshalb gibt es auch keine 5 Huftiere von mir, sehr oft waren Traumszenen zu lesen, diese wurden nicht weiter kenntlich gemacht (das ist sicher Absicht vom Autor um zu verdeutlichen, dass es für die Jungs auch einen fliessenden Übergang von Traum und Realität gab, dass sie selbst nicht mehr wussten was nun real ist und was nicht) aber ich musste oft wieder zurückblättern, weil diese Abschnitte fast nahtlos in einander übergehen und man manchmal oft den Faden verliert dadurch.
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Ansonsten sehr gelungen! Sehr real und sehr bedrückend. Ich kann es nur empfehlen, ein Buch was sehr sehr lange nachwirken wird.
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#11/ 2017 [Rezi] Ann-Kathrin Karschnick, Felix Münter – Trümmerwelten #1

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Autor: Ann-Kathrin Karschnick, Felix Münter
Übersetzung: keine
Genre: (High) Fantasy
Preis: € 2,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 20.April 2017
Seitenanzahl: 336
Meine Wertung: 4,0 Huftiere 
Reihe: voraussichtlich ja Teil 1
Verlag: Papierverzierer 


Noemi lässt Probleme verschwinden. Charlie ist Geheimnisträger. Beide verfolgen dasselbe Ziel, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen und ohne voneinander zu wissen, denn sie beide wollen die verschollene Insel Anker im Wolkenmeer finden. Eine sagenumwobene Insel der Weisen, auf der alle Geheimnisse der früheren Herrscher zu finden sein sollen. Ihr einziger Hinweis lautet: Alice Sparrow. Wer ist diese Frau und was hat sie mit der verschollenen Insel zu tun?

Ein neues, noch nie dagewesenes High Fantasy Epos mit den wohl fantastischsten Wendungen des Genres.

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Da ich mir vorgenommen hatte mehr Fantasy zu lesen, fiel mir sofort dieses tolle Cover bei skoobe auf. Worauf genau ich mich einlasse, ging aus der ultra kurzen Kurzbeschreibung nicht hervor aber ich ließ es drauf ankommen und habe es nicht bereut!
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Charlie ist Geheimnisträger, von stattlicher Größe und Figur und ein eher ruhiger Zeitgenosse, begleitet wird er von Gurney. Einem Haudegen der keiner Prügelei und Auseinandersetzung aus dem Wege geht. Und auf der anderen Seite ist Noemi, mutig und taff, die keine Angst hat zu morden um ihre Ziele zu erreichen. Auch sie hat einen Begleiter Trent, der eher durch seine verschrobene Art auffällt, aber treu an ihrer Seite kämpft.
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Wir begleiten nun abwechselnd die beiden total unterschiedlichen Protagonisten. Beide sind auf der Suche nach dem sogenannten „Anker“ einer verschollenen Luftinsel der Weisen, die ungeahnte Mächte verleihen soll. Noemi lebt den Glauben der Weisen, meditiert täglich und lebt auch sonst nach ihren Ritualen. Sie ist, seit sie denken kann im Besitz eines Medaillons, auf welchem ein riesiger Dreimaster abgebildet ist. Durch Zufall erfährt sie, dass dieses Medaillon wohl von den Weisen abstammt und ihr bei ihrer Suche nach dem Anker eine große Hilfe sein wird.
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Zeitgleich entwickelt sich die Geschichte zwischen Charlie und Gurney auch weiter, Charlie wird aus dem Orden der Geheimnisträger geworfen weil er mit Gurney in das Zimmer eines Mitglieds dieses Ordens eingebrochen ist um Informationen über den Anker zu bekommen. Eben jenes Ordensmitglied zeigt sich trotz des Einbruchs sehr kooperativ und gibt Charlie ein Medaillon mit einem großen Dreimaster drauf der ihm den Weg zum Anker weisen soll…..
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Der geneigte Rezi-Leser wird nun die Parallelen erkennen können 😉
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Ich bin schwer reingekommen, was am für mich neuen Genre High-Fantasy lag, aber nachdem der Anfang geschafft war, habe ich eine tolle spannende Story vorgefunden! Der abwechselnde Schreibstil hielt sich bis zum Ende. Fast so (wir haben es ja hier mit einem Autoren – Duo zu tun) als hätten die beiden sich immer abgewechselt mit dem schreiben. Hat auf jeden Fall super gepasst und richtig Spaß gemacht! Die Charaktere waren gut durchdacht und haben sich innerhalb der Story weiterentwickelt und sind trotzdem ihrer eigenen Linie treu geblieben.
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Die Welt, die die beiden Autoren geschaffen haben war phantastisch. Die Kampfszenen sehr detailgetreu beschrieben ohne zu langweilen. Einen einzigen Kritikpunkt habe ich aber, in dem Teil mit Charlie kam mindestens 1mal auf jeder Seite als Erklärung für Gurney „alter Haudegen“ – der Haudegen dies, der Haudegen das … das war WIRKLICH nervig. Ich hätte mir gewünscht, dass dort öfter mal einfach nur „er“ gestanden hätte, ich weiß zu schätzen, dass man abwechseln wollte, aber das war zuviel des Guten.

Trotzdem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen, vorallem für den Einstieg in das High-Fantasy Genre, wunderschön geschrieben, eine fantastische Welt, die aber nicht so irrational ist, dass man Probleme hat sich zu orientieren! Ich habe auf anderen Seiten gesehen, dass wohl weitere Teile dazu geplant sind, das wäre schön und würde mich freuen, das ende lässt eine Fortsetzung durchaus zu.

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