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#36/2017 [Rezi] Sebastian Fitzek – Achtnacht

Autor: Sebastian Fitzek
Übersetzung: –
Genre: (Psycho)Thriller
Preis: € 9,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 14.03.2017
Seiten: 416
Meine Wertung: 4,5 Huftiere
Reihe: nein

Verlag: Droemer Knaur

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

nachdem ich unlängst Flugangst inhaliert habe musste sofort ein weiterer Fitzek her. Die onleihe meines Vertrauens hatte diesen zum Glück vorrätig. Die Meinungen gehen sehr weit auseinander, was liegt da näher, als sich selbst ein Urteil zu bilden.

Der Musiker Ben Rühmann macht sich schwere Vorwürfe. Er ist nicht nur Schuld an dem Verkehrsunfall bei dem seine Tochter Jule vor einigen Jahren beide Beine verloren hat und im Rollstuhl sitzt, er fühlt sich auch noch für ihren Selbstmordversuch verantwortlich.

Doch ihm bleibt nicht viel Zeit darüber nachzudenken, denn er wird in die Geschehnisse um die Achtnacht gerissen. Rein zufällig bekommt er durch eine Nachrichtensendung mit, dass sein Foto und sein Name ausgestrahlt werden. In dem Zusammenhang wird von der sogenannten Achtnacht gesprochen. Ein perfides „Spiel“ wo Menschen sich gegenseitig auf einer Homepage nominieren und „zum Abschuss“ freigeben können. Einmal im Jahr am 8.8. um 8 Uhr 8 wird die Jagd dann auf diese Person für 12 Stunden eröffnet.

Ben hält das ganze für einen schlechten Scherz, muss aber leider sehr schnell feststellen, dass seine Mitmenschen das ausgelobte Preisgeld von 10 Mio Euro ausgesprochen ernst nehmen. Er befindet sich fortan auf der Flucht, und erhält mittendrin Anweisungen von einem Unbekannten der vorgibt, seine Tochter Jule mit einem unbekannten Gift infiziert zu haben und sie sterben zu lassen, wenn Ben nicht die abstrusen Aufgaben erfüllt, die er ihm stellt.

Am Anfang hatte ich Probleme reinzukommen, die Story plätscherte so vor sich hin und ich habe mich immer gefragt wann denn endlich was mit der Achtnacht kommt, aber dann gings auf einmal ganz schnell und es kam Fahrt auf.

Ben war durchweg sympathisch und authentisch. Eine gescheiterte Persönlichkeit die im Grunde vor den Scherben ihres Lebens steht und sich selbst Vorwürfe macht. Trotz allem kämpft er und wächst am Ende über sich hinaus, weil es um seine Tochter geht die er über alles liebt.

Das Ende wird in vielen Rezensionen als klischeehaft und unglaubwürdig, gar konstruiert beschrieben. Das kann ich nicht nachvollziehen. Für mich war alles stimmig und nicht wie in manch anderen Büchern von ihm scheinbar wahllos zusammengesetzt. Ich habe so manche Wendung gehabt und für war es nicht vorhersehbar. (ich weiss bei vielen anderen ist es anders – ich blicke komischerweise immer selten etwas vorher – umso mehr habe ich vom Buch, weil ich aus allen Wolken falle dann)

Für mich eine spannende Story mit tollen Protagonisten und einem erschreckenden Thema. Ich bin mir sicher, dass es dieses und ähnliche Szenerien im Darknet schon gibt.

4 Hufies (eigentlich 4,5 aber ich hab kein halbes) aufgrund der anfänglichen Schwierigkeiten, aber verdiente 4 für eine runde Story mit einer klaren Empfehlung – die Fiktion ist näher als ihr vermutet!

#34/2017 [Rezi] Sebastian Fitzek – Flugangst 7a

Autor: Sebastian Fitzek
Übersetzung: –
Genre: Thriller
Preis: € 16,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 25.10.2017
Seiten: 380
Meine Wertung: 5 Huftiere
Reihe: nein

Verlag: Droemer

Es gibt eine tödliche Waffe, die jeder Mensch problemlos in ein Flugzeug bringen kann. Und keine Kontrolle der Welt kann sie erkennen. An Bord des Nachtflugs Buenos Aires-Berlin befindet sich der renommierte Psychiater Mats Krüger.
Voll Vorfreude, bald seine hochschwangere Tochter wiederzusehen.
An Bord desselben Flugzeugs: ein ehemaliger Patient, den Krüger einst von mörderischen Gewaltphantasien befreite.
Über dem Atlantik wird Mats gezwungen, den Todeswunsch dieses Patienten wieder auszulösen und den Passagier psychologisch so zu triggern, dass dieser die Maschine zum Absturz bringt. Sollte er es nicht tun, stirbt Mats‘ Tochter noch in derselben Nacht …

Fitzek und ich das ist so eine Sache, EIGENTLICH bin ich totaler Fan. Dann gibt es aber immer wieder mal Bücher dazwischen, die mich so GAR nicht ansprechen (zb. Seelenbrecher und das Paket, das Joshua Profil) Nach dem Paket habe ich mir eigentlich gesagt, dass ich keinen Fitzek mehr lesen werde, hatte mich sehr über das Buch geärgert, dann kam der Umstand, dass 2 meiner Freundinnen sich nicht einigen konnten WIE dieses Buch hier (Flugangst) geendet ist. Beide hatten wirklich total unterschiedliche Auffassungen davon und ich wollte nun unbedingt wissen wer von beiden Recht hat und mitreden können…. ja so kam ich zum Fitzek (wieder mal ^^)
Nun aber der Reihe nach 😉 
Die HIV infizierte Nele ist hochschwanger und steht kurz vor ihrem Kaiserschnitt. Als einige Stunden vor dem geplanten Eingriff ihre Fruchtblase platzt, schickt sie ihrem Vater nur eine kurze SMS, dass es jetzt losgehe und ruft ein Taxi zum Krankenhaus. Das Verhältnis der beiden ist sehr belastet, seit Mats Krüger seine Frau vor einigen Jahren auf dem Sterbebett im Stich gelassen hat und nach Buenos Aires ausgewandert ist. Nele hat ihm das nie verziehen, wünscht sich aber doch bei dem Eingriff nicht alleine zu sein, da sie außer Mats niemanden mehr hat, den Vater des Kindes hat sie nämlich rausgeschmissen, nachdem ihm die Hand ausgerutscht war.
Mats Krüger – seines Zeichens Psychotherapeut – leidet unter ausgeprägter Flugangst, aber er hat Nele nun mal versprochen bei der Entbindung dabei zu sein. So kommt was er nie für möglich gehalten hätte, er besteigt wieder ein Flugzeug um den langen Weg von Buenos Aires nach Berlin schnellstmöglich hinter sich zu bringen. 
Während Mats in den Flieger steigt, wird Nele auf dem Weg in die Klinik entführt und in einer alten Molkereianlage gefangen gehalten. 
Endlich an Board angelangt erhält Mats einen Anruf von einem Unbekannten, der ihm mitteilt, dass sich an Board ebenfalls eine ehemalige Patientin von ihm befände und er diese soweit triggern sollte, dass ihre Gewaltphantasien wieder hervorkämen und sie das Flugzeug zum Absturz bringe. 
Entweder das oder der Entführer würde Nele und das Baby töten! 
Für Mats stellt sich nun die Frage wovor jeder Angst haben würde, „Ist ein Menschenleben aus der Familie mehr wert als 600 Fremde?“ 
Puuuuh Flugangst 7a ist ein Fitzek wie ich ihn kenne und liebe! Endlich wieder! Habe total mitgefiebert und gerätselt und konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Habe hier so manchen Morgen total übermüdet gesessen weil ich Nachts nicht eher aufhören konnte. 
Spannende logische Story, endlich eine überschaubare Anzahl an Protagonisten und ein Ende was einen ziemlich geschockt hat, was sich aber nicht auf den letzten 50 Seiten noch 100mal überschlagen hat. 
Wer das Buch gelesen hat, der wird wissen was ich meine wenn ich nun sage, dass ich den Teil mit der Milch etwas weit hergeholt und weltfremd fand. Das war etwas „too much“ aber er hat es geschafft, den teil so zu integrieren, dass es trotzdem reinpasste. Ich könnte mir nur vorstellen, dass es mit einer anderen Thematik besser gepasst hätte. 
Milch hin oder her, von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Spannung von vorn bis hinten und einige Schockmomente garantieren Lesespaß!