#11/ 2017 [Rezi] Ann-Kathrin Karschnick, Felix Münter – Trümmerwelten #1

cover112261-medium

Autor: Ann-Kathrin Karschnick, Felix Münter
Übersetzung: keine
Genre: (High) Fantasy
Preis: € 2,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 20.April 2017
Seitenanzahl: 336
Meine Wertung: 4,0 Huftiere 
Reihe: voraussichtlich ja Teil 1
Verlag: Papierverzierer 


Noemi lässt Probleme verschwinden. Charlie ist Geheimnisträger. Beide verfolgen dasselbe Ziel, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen und ohne voneinander zu wissen, denn sie beide wollen die verschollene Insel Anker im Wolkenmeer finden. Eine sagenumwobene Insel der Weisen, auf der alle Geheimnisse der früheren Herrscher zu finden sein sollen. Ihr einziger Hinweis lautet: Alice Sparrow. Wer ist diese Frau und was hat sie mit der verschollenen Insel zu tun?

Ein neues, noch nie dagewesenes High Fantasy Epos mit den wohl fantastischsten Wendungen des Genres.

.
Da ich mir vorgenommen hatte mehr Fantasy zu lesen, fiel mir sofort dieses tolle Cover bei skoobe auf. Worauf genau ich mich einlasse, ging aus der ultra kurzen Kurzbeschreibung nicht hervor aber ich ließ es drauf ankommen und habe es nicht bereut!
.
Charlie ist Geheimnisträger, von stattlicher Größe und Figur und ein eher ruhiger Zeitgenosse, begleitet wird er von Gurney. Einem Haudegen der keiner Prügelei und Auseinandersetzung aus dem Wege geht. Und auf der anderen Seite ist Noemi, mutig und taff, die keine Angst hat zu morden um ihre Ziele zu erreichen. Auch sie hat einen Begleiter Trent, der eher durch seine verschrobene Art auffällt, aber treu an ihrer Seite kämpft.
.
Wir begleiten nun abwechselnd die beiden total unterschiedlichen Protagonisten. Beide sind auf der Suche nach dem sogenannten „Anker“ einer verschollenen Luftinsel der Weisen, die ungeahnte Mächte verleihen soll. Noemi lebt den Glauben der Weisen, meditiert täglich und lebt auch sonst nach ihren Ritualen. Sie ist, seit sie denken kann im Besitz eines Medaillons, auf welchem ein riesiger Dreimaster abgebildet ist. Durch Zufall erfährt sie, dass dieses Medaillon wohl von den Weisen abstammt und ihr bei ihrer Suche nach dem Anker eine große Hilfe sein wird.
.
Zeitgleich entwickelt sich die Geschichte zwischen Charlie und Gurney auch weiter, Charlie wird aus dem Orden der Geheimnisträger geworfen weil er mit Gurney in das Zimmer eines Mitglieds dieses Ordens eingebrochen ist um Informationen über den Anker zu bekommen. Eben jenes Ordensmitglied zeigt sich trotz des Einbruchs sehr kooperativ und gibt Charlie ein Medaillon mit einem großen Dreimaster drauf der ihm den Weg zum Anker weisen soll…..
.
Der geneigte Rezi-Leser wird nun die Parallelen erkennen können 😉
.
Ich bin schwer reingekommen, was am für mich neuen Genre High-Fantasy lag, aber nachdem der Anfang geschafft war, habe ich eine tolle spannende Story vorgefunden! Der abwechselnde Schreibstil hielt sich bis zum Ende. Fast so (wir haben es ja hier mit einem Autoren – Duo zu tun) als hätten die beiden sich immer abgewechselt mit dem schreiben. Hat auf jeden Fall super gepasst und richtig Spaß gemacht! Die Charaktere waren gut durchdacht und haben sich innerhalb der Story weiterentwickelt und sind trotzdem ihrer eigenen Linie treu geblieben.
.
Die Welt, die die beiden Autoren geschaffen haben war phantastisch. Die Kampfszenen sehr detailgetreu beschrieben ohne zu langweilen. Einen einzigen Kritikpunkt habe ich aber, in dem Teil mit Charlie kam mindestens 1mal auf jeder Seite als Erklärung für Gurney „alter Haudegen“ – der Haudegen dies, der Haudegen das … das war WIRKLICH nervig. Ich hätte mir gewünscht, dass dort öfter mal einfach nur „er“ gestanden hätte, ich weiß zu schätzen, dass man abwechseln wollte, aber das war zuviel des Guten.

Trotzdem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen, vorallem für den Einstieg in das High-Fantasy Genre, wunderschön geschrieben, eine fantastische Welt, die aber nicht so irrational ist, dass man Probleme hat sich zu orientieren! Ich habe auf anderen Seiten gesehen, dass wohl weitere Teile dazu geplant sind, das wäre schön und würde mich freuen, das ende lässt eine Fortsetzung durchaus zu.

834bf-cooltext1202060638

#10/ 2017 [Rezi] Nicole Boyle Rødtnes – Wie das Licht von einem erloschenen Stern

cover112261-medium

Autor: Nicole Boyle Rødtnes
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Jugendbuch, Contemporary
Preis: € 13,99 [D]
Einband: ebook
erschienen: 26.Februar 2016
Seitenanzahl: 243
Meine Wertung: 5,0 Huftiere 
Reihe: nein
Verlag: Beltz & Gelberg Leseprobe: klick


Vega wird aus ihrem Teenagerleben gerissen, als sie nach einem Unfall nicht mehr sprechen kann. Die 17-Jährige kämpft wütend und frustriert mit ihrem Schicksal, das sie immer mehr zu einer sprachlosen Außenseiterin macht. Ein ergreifender Roman, emotional und packend geschrieben.

Seit Vega bei einer Feier gestürzt ist, leidet sie an Aphasie. Sie kann nicht sprechen, kaum lesen und mit noch größerer Mühe schreiben. Auch die Beziehung zu ihrer besten Freundin Ida und ihrem Freund Johan gibt ihr keinen Halt, denn sie kommen mit ihrer Krankheit nicht zurecht. Vega fühlt sich innerlich wie tot und zieht sich immer mehr zurück. Bis sie Theo trifft, der ebenfalls an Aphasie leidet und beide merken, dass sich zusammen leichter ein Weg in ein neues Leben finden lässt.

Wieder einmal ist es zuerst das wunderschöne Cover was mir ins Auge gesprungen ist. Die tolle Kurzbeschreibung folgte gleich danach und ich wurde wieder einmal nicht enttäuscht!

 

Noch nie habe ich ein Buch in so kurzer Zeit inhaliert, war selten so mitgerissen und fühlte mich selten so persönlich angesprochen wie von diesem Buch.

 

Die 17 jährige Vela stürzt auf einer Party ihrer Freundin in den Pool und schlägt sich den Kopf an – daraufhin erleidet sie eine schwere Hirnblutung und verlernt durch deren Folgen das Sprechen.
Diese Krankheit nennt sich Aphasie und die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage die Wörter auszusprechen die sie denken. Es kommt entweder ein völliger Kauderwelsch oder verkehrte Worte dabei heraus.

 

Vela wurde mitten aus dem Leben gerissen, vor ihrem Unfall war sie eine lebenslustige und fröhliche Jugendliche mit einem großen Freundeskreis. Nach dem Unfall stehen ihr eigentlich nur noch ihre beste Freundin Ida und ihr Freund Johann zur Seite, alle anderen haben sich nach und nach entfernt.

 

Vela wird immer wieder von Alpträumen geplagt, in denen sie Szenen ihres Unfalls sieht und wo sie ganz klar sieht, dass sie geschubst wurde und nicht einfach nur gestolpert ist. Niemand glaubt ihr und ihre Familie tut es als Nebenwirkung des Sturzes ab. Aufgrund von Velas Verzweiflung zwingt ihre Mutter sie eines Tages dazu, einen Workshop für Betroffene Jugendliche zu besuchen dort lernt Vela den gleichaltrigen Theo kennen und auf einmal ändert sich ihr Weltbild und ihre Einstellung, sie öffnet sich langsam und beginnt ihm zu vertrauen. Er glaubt ihr auch, dass sie geschubst wurde und versucht mit ihr gemeinsam die Wahrheit herauszufinden.

 

Die Autorin hat die Situation in der Vela und Theo sich befinden sehr realistisch dargestellt und regt damit zum Nachdenken an. Das Leben kann sich sehr schnell – sozusagen auf einen Schlag – komplett ändern und wir stehen dann machtlos da und müssen schauen wie es weitergeht.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, nicht nur um sich über das Thema Aphasie zu informieren, (welche sehr oft als Folge eines Schlaganfalls einhergeht) sondern auch um eine starke Geschichte rund ums Thema Krankheit, Freundschaft, Hoffnung und Mut zu lesen. Emotional sehr ansprechend und trotzdem einfach zu lesen.

4dfac-cooltext1202056026